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Europa

Naturpark Cilento – herzliche Gastfreundschaft

die Urlaubsmacher 25. Juni 2020 120


Hintergrund
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Ich begrüße jeden ganz herzlich, der zu uns kommt. Das Volk im Cilento hat ein großes Herz.

Gino Trocolli, Gastgeber im Cilento

Der Naturpark Cilento liegt südlich von Neapel nicht weit von der quirligen Amalfiküste. Einen Eindruck von der Ursprünglichkeit bekommen die Hörer des Talks gleich am Anfang: Zuerst sind die gackernden Hühner im Garten zu hören, bevor der Gastgeber Gino zu Wort kommt. Gino Trocolli kennt den Cilento wie kaum ein anderer. Die Familie hatte lange Jahre in Saarbrücken gelebt, wo Gino geboren ist. Anfang der 1990er Jahre ist er mit seiner die Familie in den Cilento zurück gekehrt. Der Vater hatte die Vision, Urlaub auf dem Bauernhof – Agriturismo – in der Region aufzubauen. Anfangs wollten die Einheimischen keine Unterkünfte an Touristen vermieten. Dies war jedoch auch die Zeit, als der Cilento zum UNESCO Welterbe erklärt wurde und an Bekanntheit gewann.

Nach und nach haben sich die Bauern geöffnet, haben ihre Häuser renoviert und vertrauen sie seitdem Gino zur Vermietung an Feriengäste an. Denn selbst kleinere Bauern haben so die Möglichkeit, sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Heute ist der Agriturismo im Cilento etabliert, die Region zugleich touristisch noch relativ unbekannt. Das Angebot an Unterkünften hat sich ausgebreitet. Nun gibt es auch Ferienwohnungen, Häusern und Hotels.

Um den Urlaubern die Region und Menschen bekannt zu machen, lädt der Gastgeber Gino zu einem wöchentlichen Treffen ein:

Wir laden die Gäste montags zu einem Bauern oder Agriturismo ein. Dort können sie die lokalen Produkte – Käse, Wein, Olivenöl – probieren und auch kaufen. Auch finde ich die Kultur und Kontakt mit den Menschen im Urlaub wichtig.

Gino Trocolli, Pionier im Cilento
Von den Hügeln in der Nähe von Terradura hat man einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Ein Ort zum Seele baumeln lassen und genießen.
Foto: Parco Nazionale del Cilento, Vallo di Diano e Alburni
Ein Nationalpark mit Bergen, Wäldern, Flüssen und Meer im Süden von Neapel, nicht weit von der legendären Amalfiküste.

Meine Touren beginnen auf einer Piazza in einem der mittelalterlichen Orte mit einem Caffè. Wir sprechen mit den Einheimischen, genießen den Tag zusammen.

Gino Trocolli begleitet Wandertouren

Ginos Geheimtipp: die blaue Grotte von Palinuio

Unbedingt besichtigen sollten die Urlauber die blaue Grotte von Palinuro, rät Gino. Es gibt dort weniger Touristen als an der Amalfiküste. „Herrlich ist eine Bootstour entlang der Küste am Capo Palinuro. Ein Traum“, schwärmt Gino.

Die blaue Grotte von Palinuo
Nicht verpassen, die Grotta Azzura, die blaue Grotte von Palinuro. Foto privat
Auch die Küste mit Meeresschildkröten gehört zum Nationalpark.

Regional und bio – Essen im Cilento

„Der Cilento ist ein landwirtschaftliches Gebiet. Früher haben wir unser Essen selbst produziert. Alles, was die kleinen Betreibe herstellen ist bio. Es wird zum Glück nichts gespritzt“, so Gino.

Gino bietet auch Reisen zur Olivenernte an: „Morgens ernten wir, mittags werden die Oliven gepresst, abends probieren wir gemeinsam das frische Öl. Köstlich!“

Im November können Sie bei der Olivenernte dabei sein.
Olivenöl – von der Ernte bis zur Kostprobe – im November können Sie bei der Ernte mithelfen. Foto privat

Die beste Zeit für die Olivenernte ist Ende Oktober, Anfang November. Dann kann man noch im Meer baden.

Gino im Talk

Das Geheimnis der „cucina cilentana“ sind Zeit und eine enge Verbindung zur Natur. Es werden nur die nötigsten Produkte eingekauft und so viel wie möglich eigene Produkte aus dem Garten verwendet. Zu den Spezialitäten der Region zählen Büffelmozzarella, weisse Feigen, Wildschein, Sardinen, Meerestiere, Mangold, Artischocken, Bohnen, Tomaten, Salat, Oliven, Pilze, Feigen, Erdbeeren, Zitronen, Büffelmilch, Weintrauben.

Das Rezept von Gino: Alici Ripiene – gefüllte Sardinen


Zutaten: 1kg Alici (Sardinen), 1 Dose 500g Pomodorini (Tomaten), Basilikum, Parmigiano, besser Ziegenkäse 300 g, ca. 4 Eier, Petersilie, Paniermehl. Zubereitung: Sardellen zuerst säubern: öffnen Sie sie wie ein Buch, entfernen Sie den Kopf und Gräten, wobei das Filet und der Schwanz unberührt bleiben. Dann gut unter fließendem Wasser abspülen und in einem Sieb abtropfen. In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten: die Eier auf einem Teller mit einer Prise Salz und Pfeffer schlagen, dann den geriebenen Käse, Paniermehl, eine gehackte Knoblauchzehe und die gehackte Petersilie hinzufügen. Alles gut mischen. Nun die Sardellen füllen: einen Löffel Füllung auf eine Sardelle streichen und die Füllung mit einer anderen Sardelle überlappen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die gefüllten Sardellen bei mittlerer Hitze braten, so dass sie auf beiden Seiten schön braun werden. Bereiten Sie in der Zwischenzeit eine Tomatensauce vor, indem Sie den Knoblauch in Öl anbraten und dann die Tomaten hinzufügen. Bei starker Hitze etwa zehn Minuten kochen. Fügen Sie die gefüllten Sardellen zur Tomatensauce hinzu. Buon apetito!

Wandern durch unberührte Natur: durch Schluchten und auf Berggipfel

Berge, Flüsse und Meer: der Cilento ist grün und bietet Raum für allerlei Sport: Wandern auf den Monte Cerati, der mit 1899m der höchste Berg in der Region, oder durch die Bussento Schlucht mit anschließendem Bad im Fluss. Die Region ist zudem ein Paradies zum Mountainbiken, Radfahren, Reiten, Tauchen, Tennis und Reiten. Einer der schönste Stände ist Buon Dormire.

Griechen und Römer liebten das Cilento

Neben der reichen Natur führt Gino die Besucher in die Geschichte des Cilento ein. Die bedeutendsten griechischen Tempel stehen im Cilento.

Postum - heilige Strasse
Paestum – heilige Strasse, Foto ENIT

Das kulturelle Highlight ist das aus griechischer und römischer Zeit stammende Paestum, das heute ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Wichtig sind dort vor allem drei Tempel: der archaische Hera-Tempel, ca. 540 v. Chr., damals einer der größten griechischen Steintempel überhaupt. Der Tempel der Athena, ca. 510 v. Chr. Der Poseidontempel von ca. 450 v. Chr. Gut erhalten sind zudem das Amphitheater und die 4,75 km lange Stadtmauer. Das zu griechischer Zeit gegründete Elea, heute Velia, war eine reiche Handelsstadt, dann unter den Römern Ferienort wohlhabender Römer wie Marcus Tullius Cicero und der jüngere Cato. In Elia wurde Philosophenschule der Eleaten gegründet. Der deutsche Philosoph Adorno kam deswegen 20 Jahre nach Velia.

Agriturismo Le Favate – Gutshof inmitten Olivenhainen

Agritueimo le Savate im Cilento
Agriturismo Le Favate – ein Gutshof aus dem 17. Jahrhundert in der Nähe von Ascea. Foto privat

Mitten im Naturpark Cilento liegt Le Favate, ein Gutshof aus dem 17. Jahrhundert. Heute noch zeugen im Hauptgebäude eine Kapelle, ein Taubenturm und in der Nähe eine Wassermühle von der langen und reichen Geschichte.

Le Favate ist ein kleines Urlaubsparadies im ursprünglichen Kampanien mitten im Naturpark, etwa 17 Kilometer vom tyrrhenischen Meer entfernt. Auf einer Fläche von 300 Hektar Land ist der Agriturismo umgeben von alten Olivenhainen, Zitronenbäumen und Orangenbäumen. Der Hof wird bewirtschaftet mit allem, was das fruchtbare Land hervorbringt. Gemüse und Obst werden für das eigene Restaurant verwendet, Produkte wie Olivenöl, Wein und Salami werden verkauft. Der klassische Agriturismo kauft so wenig wie möglich dazu.

Anreise

Nächster Flughafen: Neapel

Zug: mit dem Schnellzug Frecciabianca ab Mailand oder Rom direkt nach Vallo della Lucania im Cilento.

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