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Luxus

Reisepodcast Die Urlaubsmacher #44 Japan

die Urlaubsmacher 10. Mai 2022


Hintergrund
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Sich in der 35 Millionen-Stadt Tokio zurecht zu finden, ist viel einfacher als man denkt, auch wenn man am weltgrößten Bahnhof mit 30 Ausgängen landet. Die Japaner sind hilfsbereit und Apps eine große Hilfe. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen gelangt man schnell zum Mount Fuji, nach Kyoto, auf die Inseln Hokkaido oder Kyushu. Durch das Netzwerk an ehrenamtlichen Guides, in Tempelherbergen oder bei Shinto-Festen können Reisende leicht mit Japanern und der Kultur in Kontakt kommen. Entlegene Gegenden können mit dem Mietwagen oder Camper selbst entdeckt werden. Weitere Tipps gibt Bettina Kraemer vom japanischen Fremdenverkehrsamt im Reisepodcast Die Urlaubsmacher #44.

Bettina Kraemer arbeitet als PR-Manager bei JNTO, der Japan National Tourist Organization in Frankfurt und ist Sprecherin für das touristische Japan in Deutschland. Schon als Kind hat sie sich für Asien interessiert, so dass sie später Sinologie und Japanologie studiert hat. Nach dem Studium hat sie den Berufseinstieg im Tourismusmarketing für Taiwan und Thailand gefunden und arbeitet jetzt für die japanische Fremdenverkehrszentrale. 

„Japan ist sehr leicht selbst zu bereisen. In Tokio ist es viel einfacher, als man es sich vorstellt, denn die Japaner sind hilfsbereit und Apps eine große Hilfe. Mit dem Shinkansen ist man schnell in Kyoto oder auf den Inseln.“

Bettina Kraemer, PR-Manager, JNTO

Was ist der 1. Tipp, für Reisende, wenn sie in Japan ankommen?

„Eine Japanreise steht und fällt mit der Planung und der Bereitschaft, sich an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen“, weiß Bettina. „2007 war ich das erste Mal in Japan. Wir hatten alles minutiös geplant, mit welchem Zug wir in die Stadt zum Hotel kommen. Am Shinjuku Bahnhof mussten wir aussteigen. Es ist der größte Bahnhof der Welt mit vielen Millionen Passagieren täglich und 30 Ausgängen, wo man den richtigen Ausgang kennen muss, um sich nicht zu verlaufen. Wir waren daher zunächst ratlos. Jedoch keine 5 Minuten später kam ein freundlicher Japaner und hat uns zum richtigen Ausgang gebracht. Heute gibt es mehr Hilfsmittel, es gibt auch weiterhin Japaner, die helfen, darauf kann man sich verlassen. Es ist also viel einfacher, als man es sich in Tokio vorstellt.“

Toiko: Shibuya Sky
Tokio Digital Arts Museum

Vom Flughafen Tokio mit den Airport Limousine Busses direkt zum Hotel

Vom Flughafen Tokio gibt es viele Möglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie dem Narita Express in die Stadt zu gelangen. Bettina rät: „Meine Empfehlung sind die Airport Limousine Busses, die direkt zu den Hotels fahren. Es dauert ein wenig länger, aber man landet direkt vor der Hoteltür.“

Überall online: W-Lan-Router am Flughafen mieten

Europäische Smartphones funktionieren mittlerweile im japanischen Netz. Damit man überall ins Internet kann, sollte man einen W-Lan-Router kaufen. An den internationalen Flughäfen gibt es in der Ankunftsebene in spezialisierten Geschäften W-Lan Router für 300 Yen oder ca. 2,50 € am Tag zu mieten. So hat man sein tragbares W-Lan immer dabei und kann sich auch in der U-Bahn oder entlegeneren Bergregion alle notwendigen Informationen beschaffen oder sich in Google Maps orientieren.

Land der Perfektion und pünktlichen Züge

Japan ist das Land der Perfektion. Dies trifft vor allem auf die Verkehrssysteme zu. Im Ballungsraum Tokio leben etwa 35 Millionen Menschen, so  dass ein gut funktionierender öffentlicher Verkehr notwendig ist.

Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen

Der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen ist das Paradebeispiel für Pünktlichkeit. Ein Zug, der 20 Sekunden später ankommt, gilt als verspätet. Die liegt daran, dass nach dem 2. Weltkrieg das Eisenbahnsystem neu aufgestellt und konzipiert wurde. Auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken fahren nur Hochgeschwindigkeitszüge. Dadurch ist es möglich, dass auf der Hauptstrecke von Tokio über Kyoto nach Hiroshima alle 5 Minuten ein Shinkansen fährt. Verspätungen in diesem engen Zeitraum würden das System durcheinanderbringen, so dass die Züge pünktlich sein müssen. Damit durch das Ein- und Aussteigen keine Zeit verloren wird, halten die Züge am Bahnsteig genau dort, wo sie halten sollen. Die Passagiere warten in der Reihe, bis die ankommenden Reisenden ausgestiegen sind und steigen dann ein. Dies passiert in 30 Sekunden.

In Tokio wollen morgens alle zur selben Zeit ins Büro, so dass es dann zu den Belastungen während der Rushhour kommt. Die Schaffner auf den Bahnsteigen müssen die vielen Menschen in die Züge drücken, damit alle pünktlich zur Arbeit kommen.

Ist eine selbstorganisierte Reise in Japan möglich oder gibt es zu viele Hindernisse, sich zu orientieren?

„Alle Reiseformen sind in Japan sehr gut möglich. Studienreisen sind gut. Aber es ist viel leichter als gedacht, sich seine eigene Reise zusammen zu stellen. Auf unserer Webseite https://www.japan.travel/de/de/ geben wir viele Tipps, auch speziell für Erstbesucher, „Wie plane ich meine erste Japanreise.“ Wir raten, die Reise gut zu planen. Es ist möglich, ohne Planung zu reisen, jedoch verpasst man dann viel. Man sollte vorher wissen, wie viel Zeit man an welchem Ort verbringen will, wie man das passende Hotel findet und wie man dahin kommt. Dafür gehen wir auf der Webseite Hilfen“, erklärt Bettina im Reisepodcast #44.

Japanische Alpen

Mietwagen und Camper mit deutschem Führerschein in Japan mieten

„Was viele Leute nicht wissen ist, dass die Inseln Hokkaido im Norden oder Kyushu im Süden sehr gut mit dem Mietwagen oder Camper erkundet werden können. Es gibt in Japan Anbieter von Campern, die von Expats gegründet worden sind, wo man mit Englisch sehr gut zurechtkommt. Dann gibt es Anbieter in Deutschland, wo man buchen kann. Alles was man braucht, ist eine beglaubigte japanische Übersetzung des deutschen Führerscheins. Der internationale Führerschein reicht leider nicht aus. Die beglaubigte Übersetzung kann man beim Anbieter oder dem ADAC München machen lassen“, weiß Bettina.

Mit den englischsprachigen GPS findet man sich auf den Straßen sehr gut zurecht. Die Straßen sind bestens ausgebaut, die Hinweisschilder und Autobahnschilder sind auf englisch, so dass man sich sehr gut orientieren kann. Die ideale Kombination ist mit dem Schnellzug Shinkansen von Tokio aus in die Region und von dort aus mit dem Camper oder Mietwagen weiterzufahren.

5 Top Reiseziele in Japan, die man gesehen haben muss:

Besucher, die zum ersten Mal nach Japan reisen, sollten etwa 14 Tage für eine Rundreise einplanen, empfiehlt Bettina. Folgende Städte, Regionen und Sehenswürdigkeiten sollten auf der Top 5 Liste stehen:

  1. Tokio: 3 bis 4 Tage mit Meiji-Schrein, Shinto Schrein, am besten am Wochenende, wenn Hochzeiten sind, die Kreuzung Bahnhof Shibuya mit Aussichtsplattform “Shibuya Sky” des “Shibuya Square Scramble” Hochhauses und das Digital Arts Museum – Lichter und Farben
  2. Berg Fuji – aus dem 5 Seengebiet am Fuji von einem schönen Hotel aus genießen, im Sommer kann man den Fuji besteigen
  3. Japanische Alpen mit beeindruckenden Landschaften, UNESCO Weltkulturerbe: uralte Bauerndörfer
  4. Kyoto – 3 bis 4 Tage, alte Kaiserstadt, die tausend Jahr lang Hauptstadt Japans war und im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurde, so dass dort viele Tempel und UNESCO-Weltkulturerbestätten sind. In der Nähe, 30 Minuten entfernt ist die alte Hauptstadt Nara, die älteste  Kaiserstadt.
  5. Mit dem Shinkansen nach Hiroshima mit der berühmten Insel Miyajima mit dem roten Toriibogen, der im Wasser, Itsikushima Shrein; Hiroshima mit den Zerstörungen des 2. Weltkriegs 
Kyoto

Einfach in Kontakt mit Japanern: Netzwerk Volunteer Guides

Japan zeichnet sich durch viele ehrenamtliche Organisationen und Helfer aus. So gibt es von Hokkaido bis Kyushu ein Netzwerk aus lokalen Führern, den so genannten Volunteer Guides. Dies sind meist Studenten, Pensionäre oder Hausfrauen, die Besucher aus der ganzen Welt durch Ihre Stadt oder Ort führen und je nach Interesse Führungen zusammen zu stellen. Für die Besucher kostet dies nur eine kleine Gebühr. Es ist eine hervorragende Gelegenheit, die Stadt aus einer anderen Perspektive zu erleben und Menschen aus Japan kennen zu lernen, sich mit ihnen auszutauschen und Tipps für die jeweilige Region zu bekommen.

Wie kann der Tourist den Religionen näher kommen?

Die japanische Kultur und das gesamte Leben sind durch die Religion stark geprägt. Es gibt den Buddhismus und den Shintoismus. Ein Sprichwort besagt:  „Die schönen Anlässe im Leben, feiert der Shintoismus. Die traurigen Ereignisse wie Tod werden nach dem Buddhistischen Ritus gefeiert.“ Die meisten Japaner sind beides: Shintoisten und Buddhisten.

Den Buddhismus kann man sehr gut erfahren, wenn man sich Tempelherbergen Shukubo einmietet. Man kann in den buddhistischen Tempeln auf japanische Art übernachten und am Tempelleben teilhaben. Die Gäste können mit den Mönchen in den Speisesälen zusammen essen, bei den Morgenzeremonien oder Zazen Meditationen teilnehmen. So bekommt man einen guten Einblick in die Buddhistische Kultur Japans.

Matsuri

Den Shintoismus kann man ganz anders erleben. Man kann viele Schreine besuchen, die man an den geschwungenen Toren erkennt. Vor allem in den Sommermonaten finden zahlreiche Tempelfeste im ganzen Land statt, die sehr groß gefeiert werden. Die Japanerinnen und Japaner versammeln sich, es gibt Umzüge und bunte Festivals, wo die lokalen Götter durch die Straßen gezogen werden. Alle feuern die Träger an, denn die Schreine, die getragen werden, sind unheimlich schwer. Mindestens ein Dutzend kräftiger Männer tragen einen Altar. Die Menschen singen, tanzen und feiern ausgelassen, ganz anders als man die zurückhaltenden Japaner kennt. Besucher können einfach mitmachen, sich in die Menschenmenge mischen, zusehen und an den Feierlichkeiten teilhaben. Das kann ich jedem wirklich nur empfehlen, sagt Bettina.

Schönheit des Augenblicks: Kirschblüte und  japanische Gartenkultur

Japanische Gärten sind berühmt, die Kultur hat sich jahrhundertelang seit der Kaiserzeit entwickelt. Die Kirschbäume sind von den Kaisern und Adeligen gepflanzt worden und sind im ganzen Land zu bewundern. Die Bäume blühen im März etwa drei Wochen lang. Daraus hat sich die Tradition gebildet, die Schönheit der Vergänglichkeit zu feiern. Die Japaner treffen sich mit Freunden und Bekannten zu einem Picknick unter den Kirschbäumen, um ausgelassen die Anmut des Augenblicks zu feiern. Daraus ist die Gartenkultur entstanden, um die Ästhetik in einer komprimierten, begrenzten und sehr ausgefeilten gestalteten Landschaft zu feiern.

Japanische Teezeremonie

Eng verbunden mit der Gartenkultur ist die Teezeremonie. In den zahlreichen Parks gibt es daher Teehäuser. Teil der Zeremonie ist der Blick in den Garten, um die Schönheit der Natur zu genießen. Darüber hinaus ist die Qualität des Geschirrs, die Aufmerksamkeit und Wertschätzung des Gastes Teil der Zeremonie. Jedes Detail und jeder Gegenstand haben dabei eine Bedeutung. Die Sorgfalt des Zeremoniells hinterlässt einen starken Eindruck und ermöglicht ein sehr gutes Verständnis für die japanische Kultur. Überall im Land kann man eine Teezeremonie buchen, die nicht teuer ist.

Japanische Gasthäuser mit heißen Quellen: Ryokan

Ein Aufenthalt in einem Ryokan, ein traditionelles japanisches Gasthaus, sollte Teil auf jeder Japanreise sein. Die Gasthäuser sind im traditionellen japanischen Stil erbaut: viel Holz und Naturmaterialien, innen mit Schiebewänden aus dem japanischen Washi-Papier, mit Tatami-Matten in den Gasträumen und Futons zum Schlafen.

Zu einem Ryokan gehört immer der Onsen-Bereich: mit nach Geschlechtern getrennten Bädern mit Becken mit heißem Thermalwasser. Die Becken sind drinnen und draußen in schöner Umgebung. In ländlichen Gegenden schaut man vom Garten auf die Berge, einen Fluss oder Wald während man in der heißen Quelle sitzt und entspannt. Im Winter, wenn Schnee draußen liegt, ist das wirklich toll, schwärmt Bettina. Weil Japan vulkanischen Ursprungs ist, gibt es überall Ryokane mit heißen Quellen.

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